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Was bedeutet kohlenstoffbewusst?

Windows Updates und iPhones aufladen geht jetzt klimabewusst

12. Januar 2023

Kohlenstoffbewusstsein im digitalen Bereich bezieht sich auf die Anerkennung und Berücksichtigung der Auswirkungen von digitalen Produkten und Vorgängen auf die Umwelt. Dies beinhaltet die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die durch den Einsatz von digitalen Technologien verursacht werden.

Kohlenstoffbewusst sind digitale Produkte also dann, wenn an verschiedenen Stellen und über verschiedene Wege darauf geachtet wird, weniger Strom zu verwenden. Und diesen Strom zu den Zeitpunkten zu nutzen, in denen im Stromnetz ein höherer Anteil aus kohlenstoffarmen Quellen zur Verfügung steht.

Updates, wenn der Strom sauber ist

Ein Beispiel für eine kohlenstoffbewusste Praxis ist die Art, wie Windows Updates in Windows 11 die CO2-Emissionen im Auge behalten. Dabei wird nach Möglichkeit das Laden der Updates zeitlich so geplant, dass im Stromnetz ein geringerer Anteil an kohlenstoffbasierter Energie vorhanden ist. Also weniger Kohlestrom, weniger Strom aus Gas, einfach weniger Strom aus fossilen Brennstoffen.

Oder ganz kurz: Wenn der Strom, der gerade aus der Steckdose kommt, sauberer ist.

Dadurch werden die Emissionen reduziert, ganz egal, welchen Stromtarif Du oder Deine Firma hat. Windows selbst nennt das auch co2-bewusst.

Akkus laden, nur wenn es das Klima weniger belastet

Ein weiteres Beispiel ist die Steuerung des Akku-Ladevorgangs. Wenn diese Geräte oder deren Ladegeräte wissen, wo sie sind, können sie theoretisch über Echtzeit-Datenbanken ermitteln, wie sauber oder schmutzig der Strom im Tageslauf ist und eben nur dann voll laden, wenn dies gerade sehr umweltschonend möglich ist. Wenn der Strom aus dem Netz also besonders sauber ist, z.B. durch erneuerbare Energien erzeugt wird.

Apple bietet fürs iPhone seit dem Betriebssystem iOS 16.1 „Clean Energy Charging“ an. Dabei wird ebenso das Smartphone dann geladen, wenn die Stromerzeugung gerade stärker über saubere Energiequellen stattfindet. Diese Carbon-Funktion ist in den Standard-Settings aktiviert und bezieht auch die Lade-Gewohnheiten mit ein. Wirkt sehr ausgereift – ist aber aktuell „nur“ in den USA verfügbar.

Auch Software kann ökologischer handeln

Im Bereich der Software gibt es als ein besonders spannendes Beispiel neben effizienterem Code, guter Architektur und Planung, etc. die Möglichkeit des sogenannten demand shifting. Hierbei werden ressourcen-intensive Rechenprozesse zeitlich oder räumlich„verschoben“.

Zeitliches demand shifting bedeutet, die aufwändigen Rechenprozesse zu Zeiten durchzuführen, zu denen der Strom im Netz sauberer ist, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Ein Beispiel für räumliches demand shifting im Zusammenhang mit intensiven Rechenprozessen ist, diese in andere Rechenzentren zu verschieben. Rechenprozesse, die normalerweise in einem Rechenzentrum mit aktuell hoher grid intensity ausgeführt würden, werden auf Rechenzentren in Regionen mit niedrigerer grid intensity verlagert.

Auf beiden Wegen kann sichergestellt werden, dass die Energie, die für die Durchführung von umfangreichen Rechenprozessen benötigt wird, aus nachhaltigeren Quellen stammt und die Umweltbelastung durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen verringert wird. Diese Verlagerung kann in Echtzeit erfolgen und auf den aktuellen Strom-Mix und dessen „Sauberkeit“ abgestimmt sein. Weniger kohlenstoffbasierte Energie im Stromnetz bedeutet weniger Umweltbelastung.

Websites können kohlenstoffbewusst sein

Auch im Bereich von Websites gibt es Möglichkeiten, die Umweltbelastung zu verringern. Es gibt klare Kriterien und Optimierungs-Schritte für eine klimafreundliche Website. Punkte wie die Größe der Website, das System, mit dem sie umgesetzt ist und die Komprimierung der Daten spielen beispielsweise eine Rolle. Es lässt sich für Websites ein CO2-Wert berechnen – wobei sowohl unsere Audit-Software als auch die meisten ähnlichen Tools mit dem „Sustainable Web Desgin model“ arbeiten.

Über unterschiedliche Hebel können diese Faktoren optimiert werden. Bei Websites, die wir in den letzten zwei Jahren optimieren durften, waren CO2-Einsparungen zwischen 20 und 40 Prozent der Normalfall und nicht selten bis zu 80 Prozent CO2. Diese hohen Werte sind teilweise möglich, ohne das Design zu verändern. Ist eine Bereitschaft da, auch das Design an sich zu klimaoptimieren, also nicht nur kohlenstoffbewusst, sondern auch klima-aktiv zu machen, dann haben wir bei Websites ziemlich große Hebel. Bei der Gesamtbelastung, die das Internet darstellt, nicht zu vernachlässigen, wenn wir in Summe genug gegen die Klima-Krise tun wollen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass der digitale Bereich eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Umweltbelastung spielt und dass es oft recht einfache Möglichkeiten gibt, diese zu minimieren. Durch die Umsetzung von kohlenstoffbewussten Praktiken kann ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Rund um klimabewusste Websites und die Optimierung von Websites können wir von °Cleaner Web dies auditieren und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Keine Kapazitäten, Eure Website selbst zu prüfen und zu optimieren? Wir helfen bei Analyse & Optimierung!

Meldet euch bei uns -- nach einem Audit bekommt ihr eine Liste mit exakt den Punkten, die an Eurer Website zu bearbeiten sind. Wir beraten euch zu den next steps und setzen diese gerne mit euch gemeinsam um! Und das beste: Wenn ihr unseren Abschlusstest besteht, dürft ihr das °Cleaner-Web-Siegel tragen!

Dieser Artikel ist ein Teil unseres Blogs. Dort schreiben wir über unsere Ideen für klimabewusstere Websites und wollen Wege aufzeigen, wie Seitenbetreiber:innen, Designer:innen und Entwickler:innen hier selbst Schritte setzen können.

Dieser Artikel wurde von Michael Voit geschrieben.

Anregungen, Ideen und Fragen dazu gerne direkt an Michael oder an unsere E-Mail-Adresse [email protected].